Grosse Zinne (2999m)

Höhepunkt der Saison 2011: Über die Normalroute (III+) auf die Grosse Zinne

Pünktlich um 07:00 treffen wir im belebten Toblacher Tabacchi unseren Bergführer Martin. Er stellt uns Hansi vor. Angeblich der beste Hubschrauberpilot in den Dolomiten. Hubschrauberpilot? Was soll das denn für ein Zeichen sein? Zweifel kommen auf 😉 Aber die Bardame macht uns Mut: Sie wäre bereits einmal mit Martin auf die Westliche Zinne geklettert…
Also los – einmal mehr fahren wir über die steile Mautstrasse hinauf zur Auronzohütte, wo noch Ruhe vor dem bevorstehenden Touristenansturm herrscht. Richtung Süden blicken wir auf ein schönes Nebelmeer. Wir wandern ein Stück dem Wanderweg entlang Richtung Lavaredohütte. Dann gehts übers Schotterfeld hinauf zwischen Kleine und Grosse Zinne. Hier wird angeseilt und Martin steigt in die Normalroute ein. Pölla folgt ihm und ich steige am Schluss nach. Schon bald merken wir, dass Martin hier jeden Stein beim Vornamen kennt. Er sagt uns in den schwierigeren Kletterpassagen blindlings jeden Griff und Tritt zuverlässig an… Während er uns gekonnt durch das riesige, alpingeschichtsträchtige Dolomitmassiv lotst, erzählt er uns nebenbei von Besteigungen, welche 12 Stunden dauerten. Zahlreiche Steinmänner und alte Haken können Hobbyalpinisten nämlich sehr schnell einmal auf die “schiefe Bahn” bringen. Kommt man von der Normalroute ab, wird die Kletterei sofort sehr schwierig oder das Gestein brüchig. Steinschlag ist sowieso die Hauptgefahr auf dieser oft begangenen Route. An diesem schönen Tag sind wir aber tatsächlich die einzige Seilschaft. Als wir auf einmal von oben auf die Kleine Zinne hinabblicken können, ist uns klar: Der Gipfel ist nicht mehr weit. Und so stehen wir tatsächlich nach circa 2 Stunden auf dem höchsten Punkt der Drei Zinnen!
Wir geniessen diesen Moment in vollen Zügen und können uns sogar einen Gipfelschnupf genehmigen. Erstaunlich bei der exponierten Lage dieses Gipfels und dem ewigen Nordwind der letzten Tage. Zum Abstieg seilen wir einige Male ab, einmal sogar mit dem 60m-Halbseil über 50m. Martin folgt uns in 2 Etappen. Im unteren Teil queren wir hinüber zwischen Grosse und Westliche Zinne und steigen dort hinunter zurück auf den Zinnen-Schotter. Wir beglückwünschen uns zu der geglückten Besteigung und lassen später die Tour im Restaurant am Dürrensee ausklingen.

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