Oberalpstock (P.3173m)

Staldenfirn – die vermutlich längste Powder-Praline der Welt. Man muss diese Abfahrt einfach einmal gemacht haben, auch wenn sich die Rückkehr beschwerlich oder zumindest zeitaufwändig gestalten kann. Zusammen mit Andres durfte ich dieses Sahnehäubchen heute geniessen. Und eine solche Tour verdient einen währschaften Steimaendli-Bericht – diesmal wieder einmal mit integriertem Quiz. Auch bei uns geht die Zeit nicht spurlos vorüber und wir setzen auf neue Medien. Wir verzichten ab sofort auf Rhäzünserblöckli und Andres hat seinen Bericht einfach während unserer Heimfahrt auf mein iPhone gesprochen. Wer weiss – vielleicht erscheinen ja die künftigen ufwaerts-Berichte als Podcast?!

Nangijala

(as) Wir fragen den Shiva, wie sich das Wetter heute entwickeln wird. Die Karten werden gemischelt, sie fallen auf den Tisch. Was für eine Karte haben wir heute? Es ist die Dame mit der Sonne im Herz. Die Karten stehen also voll auf unserer Seite und so zieht es uns in Richtung Oberland. Am Morgen war der Plan noch nicht ganz fix. So mussten wir mit dem Auto ein paar Extrakilometer zurücklegen. Plötzlich kam uns ein Blitzgedanke: Staldencreme!!! Schliesslich hatten wir ja bereits vor 10 Jahren legendäre Staldencreme-Party im Underbord gefeiert… Und schon seit 10 Jahren träumen wir davon, unsere Nasen erneut in Staldencreme zu tauchen! So gedeihte die Idee mit dem Staldenfirn.
Nach einem kräftigen Schluck Kaffee im Nangijala und 2 Gipfeli, welche wir den Hausgästen wegstibitzten, gings dann los mit der Bahn. Schnell haben wir die ersten Höhenmeter zurückgelegt und die Felle aufgezogen. Es geht los Richtung “Klettersteig”.
Eine erste kurze Schussfahrt hinunter auf den Brunnifirn. Der Oberalpstock ist nah, und wir wissen nicht, was wir nun tun sollen. Es geht nicht anders – wir rufen erneut Mike Shiva an. Die Karten werden gemischelt, sie fallen auf den Tisch. Es erscheint die Kirchturmuhr. Kein gutes Omen für uns. Die Uhr ist das Symbol für Eile. Deshalb entscheiden wir uns schweren Herzens, den Gipfel des Oberalpstocks unterhalb zu umgehen, damit wir wir in eine bessere Ausgangsposition kommen. Nach einer spontanen Skirettungsaktion gelingt es uns dann, die berauschende Abfahrt über den Staldenfirn in Angriff zu nehmen und unsere Nasen tief in die Staldencreme eintauchen zu lassen. Es fühlt sich grandios an. Die Staldercreme spritzt, den Schlagrahm schlägt es uns um die Ohren – der Powdertraum ist geboren! Die Sinne schweifen ins Unendliche. Eine Kurve nach der anderen. Die Skier laufen perfekt. Das Wetter ist auf unserer Seite. Wir pfeifen auf Shiva und die Karten. Wir wollen einfach nur noch Staldencreme! Später dann, nach etlichen 100 genussvoll vernichteten Höhenmetern setzen wir uns in die Sonne und spielen dem Pölla noch ein Geburtstagsständchen auf unseren Schnorragigen. Dann geht es aber weiter. Ab ins Labyrinth der Stauden. Vorbei ist es mit  Stalden, dafür gibt es zehntausend Stauden. Sie fitzen uns um den Grind, denn wir fahren so gschwind. Leider sind die 2000 Höhenmeter viel zu schnell vorüber. Nun stehen wir unten im Maderanertal. Jetzt geht es raus in Windeseile Richtung Bristen. Auf halber Strecke kaufen wir noch einen kleinen Bergdiamanten unter einem Felsen, der ein kleines Kinderherz erfreuen wird. Und es geht weiter. Wir erreichen Bristen. Man legt uns viele Steine in den Weg und wir sehen uns gezwungen, die Skier abzuschnallen. Es beginnt ein Powerwalking mit Skischuhen. Leider haben wir keine passende Postautoverbindung. So müssen wir den Weg von Bristen nach Amsteg unter die Vibramsohlen nehmen. Die geteerten Serpentinen sind uns wohlgesinnt und so schlängeln wir uns durch die Tunnels hinunter nach Amsteg. Nach vielen intensiven Selbstgesprächen von ufwaerts-Sascha haben wir es dann geschafft. Wi treffen in Amsteg ein. Zum guten Glück gibt es neben der Postautohaltestelle eine Bäckerei. Dort füllen wir unsere Tanks wieder auf. Hausspezialität: Diverse Vanillegebäcke in allen erdenklichen Formen. Uns erfreut dieser Anblick und wir schlagen zu. Unsere Bäuche sind genährt und wir warten auf das Postauto, welches uns Richtung Göschenen-Andermatt bringen soll. Unterwegs sehen wir noch den Tough Pfaff, wie er hoch über tosenden Reuss am Abgrund steht und irgenetwas wie “Nangijala!” ruft. Seltsam – aber so hat es sich zugetragen…
In der Zwischenzeit haben wir Andermatt hinter uns  gelassen. Wir sitzen im gut besetzten Zug Richtung Disentis, wo wir eine besondere Spezies kennenlernen. Die Züzi-superioris. Sie erklären uns, wie die Bünder ticken. Wir lernen viel über die Bündner Geograpie. Auch wo das Zürcher Unterland ans Oberland grenzt und wieso überhaupt. Interessant auch die These, dass das Prättigau einzig und allen vom Bergdorf Vals aus besiedelt  wurde und dass dort auch heute noch der typische Sankt-Galler-Dialekt gesprochen werde 😀
Langsam aber sicher müssen wir aus unseren Skischuhen. Was für ein wohliges Gefühl. Auch wenn wir dabei Racletteplausch-Feeling im ganzen Abteil verbreiteten. Nun sind wir in Disentis. Es geht ins Nangijala. Im Nangijala bestellen wir den weitherum bekannten Chili-Chili. Das legendäre Feueressen der Nangijala-Götter aus Fleisch und Brot mit nachweislicher Zweifach-Wirkung.
Doch wie soll es nun weitergehen? Wie sieht unsere Zukunft aus? Wir fragen erneut Maike Shiva. Die Karten werden gemischelt, sie fallen auf den Tisch. Welche Karte haben wir gezogen? Es erscheint Gion Peider mit dem Blechhelm und dem Kupferschild in der Hand. Was soll das bedeuten? Es ist die Karte der Sicherheit. Also wird es uns am Samstag im Zeichen der Sicherheit nach Partnun führen, wo wir aufstrebenden Tourengängern das sichere Bewegen in unserer Alpenwelt näherbingen wollen. Danke Shiva, danke Nangijala für all diese Offenbarungen!

Genug von Staldencreme und Mythologie? Die Facts folgen nun in Bilderform.
Vorher aber noch das Quiz:

Welche Postautohaltestelle zwischen Amsteg und Göschenen wird in Steimaendlis Bericht umschrieben?

Lösung einfach als Kommentar zu diesem Bericht unten eingeben. Der erste Teilnehmer mit der richtigen Lösung gewinnt.
Natürlich eine Dose Staldencreme. Farbe nach Wunsch 🙂
Bestechung zwecklos, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen

 

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Start am Pez Ault-Skilift

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Grau in Grau beim Mini-Klettersteig

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Nach der Abfahrt auf den Gletscher

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Gegenanstieg Richtung Oberalpstock

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Abfellen

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Blick zum Gipfel, welchen wir aus Zeitgründen sausen liessen

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Ein Schneebrett hat Auto-grosse Brocken auf den Staldenfirn transportiert

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Blankeis

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Andres kriegt seine Staldencreme

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ich auch

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Nice

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Kometenschweif

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Bristen und Bristen

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Halo

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Im Reich der Stauden

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Im Maderanertal

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Drive-thru-Mineralienladen

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Staldercreme gibts auch in Schwarz

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Ankunft in der ÖV-Wüste Bristen

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Andres politisiert

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Take the long way home… Amsteg

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“Zu Fuss entlang der Gotthardbahn” – klingt verlockend, aber dann doch mit anderem Schuhwerk 😉

3 Kommentare

  1. Der Gewinner ist erkoren: “geburtstags-ständchen-empfänger” hat nach einem Einfädler die Kurve doch noch gekriegt und die richtige Lösung “Pfaffensprung” abgeliefert. Pölla, bitte teile uns deine Lieblingsfarbe mit. Preisübergabe erfolgt am Sonntag im Berghaus Sulzfluh. Schlagrahm selber mitbringen 😉

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